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Freiwillige
Feuerwehr Handeloh |
04.07.-12.07.975
Einsatzbericht
der Waldbrandkatastrophe vom 04.07. – 12.07.1975
im Gebiet Wörme-Büsenbachtal Freitag, den 04.07.1975 FlN übernimmt FlN 13 und wird ersucht sämtliche Führungskräfte
zu informieren, Berta 15 informiert die zuständigen Behörden. TLF
Handeloh beginnt um 16.20 Uhr mit den Löscharbeiten. Im folgenden
treffen die Wehren Buchholz, Tostedt, Dibbersen, Welle, Bendestorf,
Hanstedt, Hollenstedt, Todtglüsing, Sprötze ein und nehmen die Löscharbeiten
auf. Phönix-Hubschrauber ist auf Kurs, kann aber nicht landen, weil
Staatsbesuch an Bord. Fw.-Flugdienst trifft ein. Gegen 17.30 Uhr
kann durch ortskundige Melder und Flugdienst folgende Lage erkannt
werden: Das Feuer hat eine Ausdehnung von ca. 80.000qm, hat vorwiegend
10-20jährige Bestände vernichtet und droht in die angrenzenden
Hochwälder überzugreifen. Da kaum befahrbare Schneisen vorhanden
sind, können die TLF nicht an den Brandherd heran. Von der
Einsatzleitung wird der LK Harburg ersucht, die Brandstelle zum
Katastrophengebiet zu erklären. Hydra Harburg 01 kommt 17.45 Uhr
mit der Erklärung zum Katastrophengebiet. Gbm Tödter und Kbm stv.
Becker übergeben dem Ortsbm Körner bis auf weiteres die
Einsatzleitung. Durch Ausfall des Funkgeräts 11/5 ist FlN 11/4 ab
17.50 Uhr Einsatzzentrale. Verfügbare TSF werden zur Herrichtung
von Wasserentnahmestellen an Este und Seeve, sowie Löschwasserbrunnen
in Handeloh beordert. Um 18.00 Uhr wird über FlN ein Bergepanzer
der Bw Fischbek angefordert um Schneisen zu schieben. Hierüber
kommt es zu einer heftigen Kontroverse mit dem Leiter des Forstamtes
Rosengarten, er verweigere die Überfahrt des Panzers über das Gelände
des Staatsforstes. Unmißverständlich erklärt der Einsatzleiter Bm
Körner, daß alle erforderlichen Maßnahmen zur Brandbekämpfung
ausschließlich dem Befehl des Einsatzleiters unterliegen und diese
Anordnungen nicht durch Dritte geändert werden können. Durch massive Kräfte mit Kettensägen, Patschen und Schaufeln
unterstützt von TLF und Güllefahrzeugen kann das Feuer an den
Grenzen des Hochwaldes zunächst gehalten werden. Gegen 20.00 Uhr
trifft unter Führung des ELW-Buchholz der Bergepanzer an er
Einsatzstelle ein und wird unter Leitung von Kbm stv. und Gbm, sowie
dem Zugführer der F.F. Handeloh zur Räumung von Schneisen
eingesetzt. Vor Einsatz kommt es wiederum zu einem heftigen
Kompetenzstreit zwischen dem Leiter des Forstamtes Rosengarten und
dem Kbm stv. Hbm Becker. Der Bergepanzer räumt bis 22.00 Uhr eine
ca. 4m breite Schneise um den Brandherd, so daß anschließend die
TLF massiv die Grenzen des Brandes ablöschen können. Gegen 24.00
Uhr können dann alle TLF und TSF entlassen werden. TLF Handeloh und
Tostedt übernehmen mit 15 FM die Nachtwache. Gegen 10.30 Uhr meldet sich der Fw-Flugdienst und gibt Lagebericht.
Um 11.00 Uhr meldet Flugdienst neuen Brandherd an der Jugendherberge
Inzmühlen. TLF Buchholz wird über Funk zur neuen Einsatzstelle
beordert, ferner wird der Unimog von Hlm Eisenberg eingesetzt. Der
Entstehungsbrand ist 11.15 Uhr unter Kontrolle. Gegen 13.00 Uhr
treffen die Wehren Welle, Holm und Trelde zur Ablösung der Löschkräfte
der F.F. Handeloh ein. Auf Anordnung treffen drei Güllefahrzeuge
und ein Unimog ein und werden an der Ostseite im unwegsamen Gelände
eingesetzt. TLF Handeloh und Tostedt decken die Westseite ab. Etwa
40 FM sind rund um die Brandstelle mit Patschen und Schaufeln
eingesetzt. Um 15.10 Uhr meldet Handeloh 4 von der Ostseite starke
Brandentwicklung. Stärkerer Wind kommt auf. Von allen 6 Funkposten
kommen Alarmmeldungen. Handeloh 3 meldet 15.15 Uhr das Feuer hat die
nördl. Panzerschneise überschritten. Unverzüglich wird der Kbm
stv. um Entsendung aller verfügbaren TLF und Löschkräften
gebeten. FlN alarmiert insgesamt 7 Wehren und Fw-Flugdienst. Das
Feuer hat eine 10jährige Lärchenschonung erfaßt und droht im
Nordwesten über den Grenzgraben in die Lohberge zu laufen, im
Norden ist die Heidefläche des Büsenbachtals in Gefahr. Die
Einsatzleitung setzt sofort 4 TLF und 2 Güllewagen mit 60 Mann an
dem Gefahrenpunkt ein. Das Feuer kann hier unter großem Einsatz in
letzter Minute gehalten werden. Der Funkenflug geht bis zu 250m in
die angrenzende Gemarkung hinein, wird aber mit Patschen gelöscht.
Der Wind dreht in nördl. Richtung. Fw-Flugdienst gibt
Gefahrenmeldung für TLF Handeloh und Tostedt vom Feuer
eingeschlossen zu werden. Tostedt kann über 4m Band gewarnt werden.
Das 11m Band ist atmosphärisch stark gestört, so daß TLF Handeloh
in höchster Gefahr ist. Von TLF Tostedt wird ein Melder eingesetzt.
Bei diesem Rückzug wird TLF Handeloh stark beschädigt. Die Fa.
Martens in Drestedt wird von der Einsatzleitung ersucht,
Tankfahrzeuge mit Wasser in das Katastrophengebiet zu entsenden.
Flugdienst sichtet neuen Waldbrand bei Undeloh. TLF Hanstedt muß
abgezogen werden. FF Sprötze übernimmt die Füllung der Tankzüge.
Am Hauptweg Büsenbachtal übernimmt Todtglüsing die Befüllung der
TLF und Güllefahrzeuge von den Tankzügen vor. Gegen 18.00 Uhr ist das Feuer soweit unter Kontrolle, daß es in
den Schneisen und am Hauptweg, sowie am Grenzgraben gehalten werden
kann. Starke Brandnester haben sich jedoch an der Panzerschneise
entwickelt. Zwischen 18.00 und 19.00 Uhr werden die Wehren ohne TLF
abgezogen. Um 21.00 übergibt Bm Körner die Einsatzleitung an Hbm Tödter.
Zum Ersatz der Löschkräfte der FF Handeloh wird von der
Einsatzleitung eine Löschgruppe der FF Welle angefordert. Um 23.15
Uhr kommt Funkspruch von Zentrale, daß der Ortsbm Welle die
Entsendung einer Löschgruppe ablehnt. Hbm Tödter alarmiert um
23.40 Uhr FF Kampen. Kampen trifft um 0.10 Uhr ein. Die TLF
Buchholz, Neu Wulmstorf und Hollenstedt rücken in die Stützpunkte
ein. Die Löscharbeiten werden während der Nacht von TLF Handeloh,
Tostedt, Dibbersen und Güllewagen sowie 1 Unimog versehen. Mittwoch, den 09.07.1975 Donnerstag, den 10.07.1975 Kbm stv. Hbm Becker, Dibbersen Gbm stv. Bm Behrens, Wistedt LK Harburg Kreisdirektor Lefhalm, Winsen SG Tostedt Amtsleiter Platte, Tostedt Pol. Stat. Tostedt Herr Müncher, Tostedt Forstamt Rosengarten Herren Wiebalk und Krüger Forstverband Jesteburg Herren Gamradt und Wülper FF Handeloh Zgfr. Hlm Eisenberg, Handeloh Einsatzleiter Bm Körner gibt den anwesenden Herren einen Bericht
und erläutert an der Einsatzzentrale die derzeitige Lage. Während
des Rundgangs werden die einzelnen Brandabschnitte erklärt und die
derzeitige Situation in Augenschein genommen. Die anschließende
Diskussion ergab, daß die Notwendigkeit besteht, einen Bagger zu
beschaffen, um das zusammengeschobene Erdreich aus den Schneisen
abzudecken und abzulöschen. Das Forstamt Rosengarten übernimmt die
Beschaffung des Baggers. Kreisdirektor Lefhalm erklärt auf Anfrage, daß eine Beteiligung
an den aufgelaufenen Kosten, auf Grund der Katastrophensituation,
des LK Harburgs nicht auszuschließen sei! Der Kbm stv. umreißt
abschließend den gesamten Einsatz und dankt Bm Körner, Handeloh für
die reibungslose Leitung und Koordinierung aller Löschkräfte und
Institutionen während des bisherigen Einsatzes der im LK Harburg
ohne Beispiel ist. Er betont weiterhin, ein Einsatz dieser Größenordnung
könne nur von ausgebildeten Feuerwehrführern, wie es hier von Gbm
Tödter und dem Ortsbm von Handeloh praktiziert wurde, optimal
gefahren werden konnte. Kritik übte er am Verhalten des Leiters des
Forstamtes Rosengarten und stellte eindeutig fest, daß eine
Ausbreitung des Feuers am Dienstag, d. 8.7.75 hätte vermieden
werden können, wenn man nicht in undisziplinierter Weise eine
erweiterte Schneise verhindert hätte (zur Erklärung: Siehe Bericht
vom 8.7.75). Im Anschluß verwies Bm Körner auf die ungeheure Nachlässigkeit
der Forstdienststellen im Punkte von befahrbaren Schneisen hin. Im
gesamten Bereich der Einsatzstelle (12,25ha) konnte keine einzige
Schneise ohne Schäden an den Fahrzeugen befahren werden (siehe Schäden
an TLF Handeloh und Hanstedt). Gemäß der abschließenden
Lagebeurteilung wird vom Einsatzleiter angeordnet, daß TLF Tostedt
abgezogen wird, TLF Handeloh bleibt mit 1 Güllefahrzeug am
Einsatzort. FF Todtglüsing wird zu 14.00 Uhr alarmiert, um zur Ablösung
von HiLF Kakenstorf die Leitstelle zu übernehmen. Um 15.00 Uhr übergibt
Bm Körner die Einsatzleitung an Bm Voß, Todtglüsing. Neben dem ständigen
Ablöschen der Brandnester ergeben sich bis 24.00 Uhr keine
besonderen Vorkommnisse. Freitag, den 11.07.1975 Sonnabend, den 12.07.1975 Während der Nacht keine besonderen Vorkommnisse. Gegen Morgen
setzt leichter Regen ein. Vereinzelt müssen jedoch noch Brandnester
abgelöscht werden. Zur Entlastung der FF Handeloh wird um 8.30 Uhr
die FF Bötersheim alarmiert. Ortsbm Peters, Bötersheim übernimmt
um 9.00 Uhr die Einsatzleitung. Bis 17.00 Uhr gibt es keine
besonderen Vorkommnisse, so daß die Einsatzleitung die Brandstelle
den Geschädigten übergibt und alle Einsatzkräfte abrücken läßt. Abschließende Bemerkungen Handeloh, den 12. Sept. 1975 (Körner, Bm)
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